Alle Figuren, die ihr auf diesem Bild seht, sind Replikate.

Besonders bedanken möchten wir uns bei Irina,
die uns etliche der gezeigten Replikate zur Verfügung gestellt hat.
Ohne sie wäre dieser Bericht nicht entstanden.

Bei der kleinen Granny und dem Soldaten mit Flasche handelt es sich NICHT um die Figuren aus dem bekannten 21teiligen Replika-Satz.

Alle diese Figuren sind mit der gleichen Technik hergestellt. Soweit wir feststellen konnten, wird dazu ein detailgetreuer Abdruck der Originalfigur angefertigt. Die dabei entstandene Form wird dann genutzt, um ein Replikat zu fertigen. Diese Art von Replikaten ist auch schon seit einigen Jahren auf dem Sammlermarkt. Allerdings in relativ kleiner Auflage.

Die nach dieser Technik gefertigten Replikate sind teilweise extrem detailgetreu. Sämtliche wichtigen Merkmale wie Gussabdrücke und Abrisspunkte sind perfekt kopiert und eignen sich daher nicht zur Erkennung dieser Replikate!

Auch die Bemalung ist teilweise meisterhaft kopiert. Um diese Replikate zu erkennen, bedarf es einer gewissen Erfahrung und manchmal hilft nur der direkte Vergleich mit der Originalfigur.

Das eigentlich Fatale ist, dass jede beliebige Figur mittels dieser Technik zu fälschen ist. Wir gehen davon aus, dass dies auch geschehen ist. Nach unseren Beobachtungen dürften von sämtlichen etwas besseren Figuren solche Fälschungen existieren. Wahrscheinlich wurde diese Technik auch schon genutzt, um Farbvarianten von Rohlingen zu produzieren und auch um Zubehör zu fälschen.

Auffällig ist bei diesen Replikaten, dass sie alle eine doppelte oder versetzte Gussnaht besitzen. Offensichtlich wurde die Gussnaht der Originalfigur mitkopiert, wie auch andere feinste Details. Die echte Gussnaht der angefertigten Replika-Gussform läuft aber an anderer Stelle entlang. So sind zwei Gussnähte zu finden.

Diese doppelte Gussnaht ist das wichtigste Erkennungsmerkmal dieser Fälschungen. Sie ist aber bei einigen Figuren schlecht sichtbar oder unter der Bemalung versteckt.

Wir beschreiben die uns vorliegenden Replikate nun. Wer seine Figuren überprüfen möchte, sollte diese Beschreibungen genau lesen. Wir hoffen, dass ein Teil unserer Beobachtungen auch auf andere Replikate dieser Machart zutreffen. Sollte einer von Euch weitere Replikate entdecken, würden wir uns freuen, diese zur Verfügung gestellt zu bekommen.

Damit man die Gussnähte besser erkennt, sind sie auf den Bildern teilweise mit Bleistift markiert worden.

Robin Hood, 1. Serie:

Völlig anderer Verlauf der Gussnaht am linken Ohr und Arm des Replikats (siehe Bild).
Auf rechtem Arm des Replikats doppelte Gussnaht erkennbar.
Das Grundmaterial des Originals leuchtet unter UV-Licht orange.
Beim Replikat nimmt das Grundmaterial eine grünliche Farbe unter UV-Licht an.

 

Maid Marian, 1. Serie:

Die Gussnaht der Replikaform geht über den Vorderkörper, das Gesicht und hinten wieder runter über den Hut und Rücken (siehe Bild). Diese Gussnaht ist sehr ausgeprägt.
Beim Original liegt die Gussnaht seitlich am Körper.
Der Hut des Originals leuchtet unter UV-Licht orange.
Der Hut des Replikats nimmt eine grünliche Farbe unter UV-Licht an.

 

Little John, 1. Serie:

Auf der linken Körperhälfte des Replikats ist deutlich die doppelte Gussnaht erkennbar (siehe Bild).
Das Replikat ist eigenartigerweise deutlich dicker und größer und passt nicht richtig in eine gelbe Eikapsel.
Das Grundmaterial des Originals leuchtet unter UV-Licht orange. Beim Replikat nimmt das Grundmaterial eine grünliche Farbe unter UV-Licht an.

 

King John, 1. Serie:

Das Replikat ist sehr gut gearbeitet. Die Gussnaht der Replikaform geht wie bei Maid Marian über den Vorderkörper und Rücken. Da diese Naht sehr fein ist, ist sie nur schlecht zu finden. Am besten gelingt das im unteren Bereich des Bauches (siehe Bild). Der Abdruck der originalen Naht seitlich am Körper ist beim Replikat wesentlich besser zu sehen.
Leichter ist das Replikat unter UV-Licht zu erkennen. Das Grundmaterial des Originals leuchtet unter UV-Licht orange. Beim Replikat nimmt das Grundmaterial eine grünliche Farbe unter UV-Licht an.

Mädchen im Hasenkostüm:

Hiervon liegt uns das Original nicht vor.
Dennoch ist die Figur leicht durch die doppelte Gussnaht als Replikat zu erkennen (siehe Bild).
Das Replikat leuchtet nicht unter UV-Licht.

 

 

Kleine Granny:

Das Replikat ist recht gut gemacht. Vorne am schwarzen Fuß ist der Rocksaum nicht richtig ausgearbeitet
(siehe Bild).

An der linken Körperhälfte des Replikats ist unten am Rock schwach die doppelte Gussnaht erkennbar.

Das Replikat leuchtet nicht unter UV-Licht. Das Original leuchtet deutlich.

 

 

Daisy Variante:

Das Replikat ist sehr gut gemacht. Allerdings fehlen unter den Füßen die beiden Löcher. Diese sind aber leicht nachträglich reinzubohren.
Auf der rechten Körperhälfte des Replikats sind die anders verlaufenden Gussnähte teilweise gut sichtbar
(siehe Bild).
Das Replikat leuchtet nicht unter UV-Licht. Das Original leuchtet deutlich.
 

 

Soldat mit Flasche:

Das Replikat ist sehr gut gemacht. Auffällig ist, dass der linke Fuß deutlich dicker ist als beim Original.

Auf der linken Körperhälfte des Replikats ist die doppelte Gussnaht deutlich sichtbar (siehe Bild).

Das Replikat leuchtet nicht unter UV-Licht. Das Original leuchtet deutlich
(wenn man eine Stelle ohne Farbe findet).

 

Mogli mit Staude:

Die beiden Mogli Replikate wurden seinerzeit schon von Horst beschrieben. Da sie eindeutig Replikate sind, die auch mit dieser Technik hergestellt wurden, werden sie hier noch mal erwähnt.
Die doppelte Gussnaht ist an den Mogli-Replikaten sehr schlecht zu finden. Beim Mogli mit Bananenstaude kann man sie am linken Bein finden (siehe Bild).
Das Grundmaterial des Replikats ist heller als beim Original. Beim näheren Betrachten erkennt man viele Pigmentpünktchen im Material des Replikats. Scheinbar hat sich der Farbstoff nicht richtig im Kunststoff verteilt.
Die Bodenplatte des Replikats ist auf der Unterseite nicht zweifarbig. Das ist also kein sicheres Erkennungsmerkmal.
Die Staude des Replikats leuchtet nicht unter UV-Licht. Beim Original leuchtet sie.

Mogli mit Banane:

Beim Mogli mit Banane Replikat ist die doppelte Gussnaht recht deutlich innen am rechten Bein zu finden. Horst hat seinerzeit dies als aufgeplatzte Naht bezeichnet.
Das Grundmaterial des Replikats ist heller als beim Original. Beim näheren Betrachten erkennt man viele Pigmentpünktchen im Material des Replikats. Scheinbar hat sich der Farbstoff nicht richtig im Kunststoff verteilt.
Auch hier ist die Bodenplatte des Replikats auf der Unterseite nicht zweifarbig. Das ist also kein sicheres Erkennungsmerkmal.
Die Banane des Replikats leuchtet nicht unter UV-Licht. Beim Original leuchtet sie.

 

 

 

 

 

 

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